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Erfolgreiche Serious Games

Eine Publikation des Netzwerks SERIOUS GAMES BERLIN

Bei der Erstellung von erfolgreichen Serious Games gilt es einiges zu beachten. Welche Qualitätskriterien berücksichtigt werden müssen damit ein Serious Game von Spielern akzeptiert und gern gespielt wird, erläutert der folgende Artikel.

Wer sich schon einmal von einem Sonderangebot zum Kauf eines qualitativ minderwertigen Computerspiels hat hinreißen lassen oder wer auf einer der unzähligen Internetseiten für Computerspiele ein schlechtes Spiel gespielt hat, der besitzt die besten Voraussetzungen zum Verständnis des Themas Erfolgsfaktoren für Serious Games.

Denn was für normale Computerspiele zutrifft, trifft auch, wenn nicht sogar in verschärfter Form, für Serious Games zu. Frau Dr. Ritterfeld fasste die Erfolgsfaktoren für ein gelungenes, erfolgreiches Serious Game in ihrem Vortrag auf der Serious Games Conference wie folgt zusammen. Um ein gutes Serious Game herzustellen bedarf es ihrer Angaben zufolge fünf wichtiger Erfolgsfaktoren.

Die Erfolgsfaktoren der Serious Games


  1. Die Qualität der technischen Funktionalität – eine intuitive Bedienung des Spiels
  2. Das Game-Design – die gesamte Aufmachung des Spiels
  3. Die visuelle und akustische Qualität des Spiels
  4. Eine gute „Storyline“ – eine interessante Geschichte
  5. Die Möglichkeiten der Partizipation – Multiplayerfunktion

 

Die wichtigsten Qualitätskriterien sind eine anwenderfreundliche Handhabung und Navigation sowie ein ansprechendes Game-Design mit ansprechender visueller und akustischer Qualität. Werden diese Kriterien nur hinreichend erfüllt, ist ein Scheitern des Spiels bereits im wahrsten Sinne vorprogrammiert.

Der Kern erfolgreicher Serious Games - und damit von immenser Bedeutung - ist die gelungene Einbindung von Lerninhalten. Der spielerische Charakter des „Spiels“ sollte nicht verfälschen. Zugleich sollten die Lerninhalte der Serious Games die Spieler nicht über- oder unterfordern. Sie lernen am besten, wenn Sie aktiv und mit Spaß bei der Sache sind.

Daher ist eine wissenschaftlich fundierte Beratung und Zusammenarbeit mit Fachkräften der jeweiligen Bereiche, in denen das Spiel angesiedelt ist, unerlässlich. Pädagogen, Psychologen oder andere Fachexperten stimmen über die Methoden, Lerninhalte und Präsentationen in allen Phasen der Programmentwicklung der Serious Games ab. Gemeinsam mit den Programmierern entwickeln sie ein stimmiges Konzept anhand dessen ein Spiel umgesetzt wird.

Eine schlüssige Geschichte sowie die Möglichkeit der Interaktion oder des Vergleichs mit anderen Spielern sind ebenfalls wichtige Bestandteile und Voraussetzungen eines guten Serious Game.

Dabei begünstigen Interaktionen und Vergleiche mit anderen Spielern die Motivation der Spieler. Denn den größten Mehrwert von erfolgreichen Serious Games gegenüber anderen Lernstrategien und –Methoden besitzen sie in volitiver Hinsicht. Erfolgreiches Lernen ist sehr stark davon abhängig, wie motiviert man an die Lehr- bzw. Lerninhalte herantritt.

Durch den spielerischen Charakter von Serious Games tritt der Lerncharakter in den Hintergrund – man lernt spielerisch und hat Spaß dabei. Die Freude des Spielens, lässt die eher anfänglich extrinsisch gelegene Motivation in eine intrinsische Motivation übergehen. Das bedeutet, der Spieler tut etwas um seiner selbst willen. Intrinsische Motivation ist der Mechanismus der allem Spielen seit frühester Kindheit zugrunde liegt – und der bei der Wissensvermittlung durch Serious Games als neuer Lernmethode zur Entfaltung gebracht wird. Man tut etwas um seiner selbst willen.

 

Die Entwicklungskosten als Erfolgsfaktor

 

Nicht zuletzt spielt auch der wirtschaftliche Aspekt eine ausschlaggebende Rolle. Eines der Hauptprobleme für die qualitative Beurteilung von Serious Games ist der Vergleich mit herkömmlichen Spielen. Betrachtet man die Entwicklungskosten von herkömmlichen Spielen, ergeben sich große Diskrepanzen zum Markt für Serious Games. Unterhaltungsspiele beanspruchen teilweise Ausgaben in Höhe von 10 Millionen Dollar. Sie werden jedoch für ein Massenpublikum entwickelt. Im Gegensatz dazu, werden Serious Games für einen kleineren Anwenderkreis produziert. Gleichzeitig steht für die Produktion der Serious Games jedoch ein geringeres Budget zur Verfügung. Das erfordert Abstriche.

Mit den Worten von Frau Dr. Ritterfeld gesagt: „Ein höherer Spaßfaktor erfordert meist ein höheres Budget als durchschnittlich für Serious Games zur Verfügung steht. Es hat sich allerdings gezeigt, dass Serious Games, die mit einem höheren Aufwand und kommerzieller Technologie produziert wurden, auch erfolgreiche Serious Games sind.“

 

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